Handlungsfeld E1.11: Biomasse verstromen - Bestand nachrüsten

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Verantwortlich für den Inhalt: Hans Punzenberger

Mitarbeit: Stephen Kaltheier, David Schmidinger, Christof Drexel

Das Handlungsfeld mit seinen abgeleiteten Maßnahmen bezieht sich auf das Aktionsfeld 7.4 der Strategie der EA+.

Status quo

Ausgangslage und Zielsetzung

2020 wurde in den Heizwerken Vorarlbergs Biomasse mit einem Energieinhalt von ca. 370 GWh verbrannt ("Umwandlungsausstoß" gemäß Bundesländer-Energiebilanzen 316 GWh). Bei einem elektrischen Wirkungsgrad von 30% können entsprechend 110 GWh als elektrische Energie bereitgestellt werden. Bei den meisten der bestehenden Heizwerke steht in den nächsten Jahren eine Erneuerung an; aufgrund der steigenden Wertigkeit von elektrischer Energie (insbesondere Winterstrom), ist die Umrüstung auf Kraft-Wärme-Kopplung ein Gebot der Stunde. Effekt durch die Substitution von Importstrom ca. 0,09 Tonnen CO2 pro Person und Jahr.

Gesetze und Verordnungen, regional

  • Landesforstgesetz: [1]

Gesetze und Verordnungen, Bund und EU

  • KWK-Gesetz: [2]
  • Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz: [3]
  • ElWOG: [4]

Förderungen und Subventionen, regional

  • Die Bundesförderung wird seitens des Landes mit einem eigenen Beitrag erhöht, dabei können zusätzliche Anforderungen definiert werden.

Förderungen und Subventionen, Bund und EU

  • Förderung von Biomasse – Kraft-Wärme-Kopplung, Thermische Vergasungsanlagen und Aufbereitungsanlagen [5]

Maßnahmen

Kostenlose Prüfung der Wirtschaftlichkeit von Holzverstromung (E1.11.1)

Die Umrüstung von Heizwerken auf effiziente KWK ist mittlerweile in vielen Fällen ökonomisch vorteilhaft; die konkrete Untersuchung ist aber mit einem gewissen Aufwand verbunden. Durch eine 100% geförderte Wirtschaftlichkeits-Analysen für bestehende Anlagen werden die technischen und ökonomischen Möglichkeiten aufgezeigt und zur Umsetzung angeregt.

Auftraggeber / Entscheidungsträger Land
Kostenelemente Wirtschaftlichkeits-Analyse
Finanzierung Land, Projektfonds aus freiwilliger CO2-Abgabe
Umsetzung durch Ingenieurbüros, EIV (tbd)
Dauer bis 2030 (laufend)
Messung der Umsetzung Anzahl der Voruntersuchungen/ Biomasseheizkraftwerken

Informations-Plattform Nahwärme (E1.11.2)

Erstellung einer Plattform mit folgenden Inhalten:

  • Verlinkung zu bekannten Herstellern von Komponenten, Planungsbüros und Installation-Firmen
  • einfache Berechungstools für Auslegung, Wirtschaftlichkeit unter Berücksichtigung von Marktpreisen für elektrische Energie, Förderungen, etc.
  • vorgefertigte Wärmelieferverträge auf Basis des Vorarlberger Wärmeindex (siehe Maßnahme E3.1.4)
  • gut dokumentierte Best Practise Beispiele
  • Schulungsmaterial zu benötigten Technologien
  • Forum für Wärme-Facilitators, etc.
Auftraggeber / Entscheidungsträger Land
Kostenelemente Erstellung, zusätzliche Kosten für Wartung
Finanzierung Projektfonds aus freiwilliger CO2-Bepreisung, Land
Umsetzung durch EIV, AEEV
Dauer bis 2023
Messung der Umsetzung 0/1

Bildungsoffensive Wärmenetze (E1.11.3)

Die Plattform wird ebenfalls notwendige Materialien für eine Aus-, Fort- und Weiterbildung bezüglich Biomasseverstromung enthalten. Auf dieser Basis wird ein Weiterbildungsprogramm für Betreiber von Nahwärmenetzen entwickelt.

Auftraggeber / Entscheidungsträger Landtag
Kostenelemente Erstellung, zusätzliche Kosten für Wartung
Finanzierung Projektfonds aus freiwilliger CO2-Bepreisung, Land Vorarlberg
Umsetzung durch EIV, AEEV
Dauer bis 2023
Messung der Umsetzung 2/3 bei Erstellung der Infomaterialien, 1/3 durch abhalten zweier Seminare

Auswirkungen der Umsetzung

...auf die Ökonomie

Annahmen sind noch zu verifizieren!

Die rund 140 bestehenden Nahwärme-Heizwerke weisen eine mittlere Größe von 650 kW auf. Diese Anlagen werden nun - nach Ablauf ihrer technischen Lebensdauer durch eine größere KWK-Anlage ersetzt, sodass auch in Zukunft dieselbe Wärmemenge ins Netz eingespeist werden kann. Die zusätzlichen Investitionskosten (gegenüber einer Erneuerung des bestehendes Heizwerks) liegen für ein Heizwerk mittlerer Größe bei € 1.500.000,--. Die laufenden Kosten erhöhen sich sowohl beim Brennstoff (um ca. 50%, von 50000 auf 75000 €/a), als auch bei Instandhaltung und Wartung (um ca. 40000 €/a).

Demgegenüber erhöht sich der wärmeseitige Ertrag nicht (ausgenommen der brennstoffbedingten Teuerung, die aber im Einkauf auch nicht berücksichtigt wurde); zusätzlich können aber bei 3000 Volllaststunden ca. 900.000 kWh elektrische Energie eingespeist werden. Bei einer Vergütung von 0,15 €/kWh ergibt sich ein zusätzlicher Ertrag von € 135.000,--.

Wird die Investition nicht gefördert, entstehen dem Betreiber Mehrkosten von in Summe 17.000 €/a. Da ausschließlich (importierter) Winterstrom mit 400 gCO2/kWh ersetzt wird, ergeben sich die CO2-Vermeidungskosten unter den getroffenen Annahmen zu 47 €/Tonne. Bei einem Einspeisetarif von 0,17 €/kWh kann die Anlage aber bereits kostendeckend betrieben werden und der Vermeidungspreis wird negativ.

...auf den Arbeitsmarkt

in Arbeit

Sonstige Auswirkungen

Co-Benefits

Reduktion externalisierter Kosten, Gesundheit, Lebensqualität, Versorgungssicherheit, Sozialkapital,...

Nachteilhafte Nebenwirkungen

Partizipation

Wie müssen die betroffenen Akteure miteinbezogen werden?

Umsetzergruppe

Interessensvertretungen, Netzwerke

Technologie- und Lösungsanbieter

Unabhängige FachexpertInnen

Allgemeine Anmerkungen